Bodenökologie – Böden sind einzigartig!
Böden sind hoch komplex und faszinierend, eine Matrix aus Mineralen, organischen Stoffen, Luft, Wasser und unzähligen Lebewesen mit einer einzigartigen Struktur, die man nicht künstlich nachbilden kann. Gesunde Böden können nur entstehen, wenn all diese Zutaten in richtiger Menge und Qualität vorhanden sind. Die Bildung eines Zentimeters Boden dauert im Schnitt mehr als zweihundert Jahre.
Böden sind unsere Lebensgrundlage
Böden bieten Pflanzen und Lebewesen der Erde ein optimales Verhältnis von Wasser, Luft und Nährstoffen und damit optimale Lebensbedingungen. Böden liefern fast alle unsere Lebensmittel und filtern Schadstoffe aus Niederschlägen, es entsteht Grundwasser mit Trinkwassergüte. Böden sind also unsere Lebensgrundlage
Bodenökologie und Naturschutz – Biodiversität
Eine aktuelle Studie deutet darauf hin, dass der Boden der artenreichste Lebensraum auf unserer Erde ist. Der Schätzung zufolge – mit hoher Variabilität aber untermauert durch zahlreiche Studien – beherbergt Boden 59 % der Lebewesen auf der Erde (Anthony et al., 2023). Zum Beispiel nisten rund zwei Drittel aller nestbauenden Wildbienenarten im Boden. Hier sollte der Boden künftig viel mehr in die Diskussion um den Artenrückgang einbezogen werden.
Pflanzenwurzeln und Bodenorganismen „bauen“ den Boden
Pflanzenwurzeln und Bodenorganismen arbeiten im Boden zusammen. Wurzelausscheidungen, so genannte Wurzelexsudate fördern Mikroorganismengemeinschaften, die im Wurzelbereich (Rhizosphäre) im Boden am häufigsten vertreten sind und die nicht nur die Bodenstruktur durch ihre Hinterlassenschaften mit aufbauen, sondern auch bedarfsgerecht Nährstoffe für Pflanzen aus der Bodenmatrix freisetzen. Ein so „lebend verbauter“ Boden hat wiederum viele Mittelporen (0,2-10 µm) und Biofilme, die für die Speicherung von pflanzenverfügbarem Wasser maßgeblich sind. „Lebend verbaute“ Böden sind meist weniger verdichtet und Wasser kann besser versickern. Das bedeutet, dass lebendige Böden uns helfen, für Einwirkungen durch den Klimawandel, wie langanhaltende Niederschläge oder Trockenperioden, besser gewappnet zu sein.

